Wer eine Immobilie kauft, muss deutlich mehr einplanen als den reinen Kaufpreis. Die sogenannten Kaufnebenkosten liegen im Saarland zusammen häufig bei rund 11 bis 12 Prozent des Kaufpreises. Diese Summe sollte von Anfang an in der Finanzierung berücksichtigt werden, denn Banken finanzieren die Nebenkosten in der Regel nicht mit – sie müssen aus Eigenkapital gestemmt werden.
Die Nebenkosten auf einen Blick
| Posten | Anteil am Kaufpreis | Beispiel bei 300.000 € |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer (Saarland) | 6,5 % | 19.500 € |
| Notar & Grundbuch | ca. 1,5–2 % | 4.500–6.000 € |
| Maklerprovision (Käuferanteil) | ca. 3,57 % inkl. MwSt. | ca. 10.710 € |
| Summe | ca. 11–12 % | ca. 34.000–36.000 € |
Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer ist der größte Posten und Ländersache. Im Saarland beträgt der Steuersatz 6,5 Prozent des Kaufpreises (Stand 2026, unverändert seit 2015) – damit gehört das Saarland zu den Bundesländern mit dem höchsten Satz. Die Steuer wird nach dem Kauf vom Finanzamt festgesetzt; erst nach ihrer Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, die für die endgültige Eigentumsumschreibung im Grundbuch nötig ist.
Tipp: Mitverkauftes bewegliches Inventar (z. B. Einbauküche, Sauna, Markise) kann im Kaufvertrag gesondert ausgewiesen werden. Da darauf keine Grunderwerbsteuer anfällt, lässt sich die Steuerlast so legal etwas senken – das Finanzamt akzeptiert allerdings nur realistische Werte.
Notar- und Grundbuchkosten
Ein Immobilienkauf muss in Deutschland notariell beurkundet werden. Für Notar und Grundbucheintrag fallen zusammen rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises an. Der Notar ist dabei neutral und sichert den Ablauf für beide Seiten ab. Die Gebühren sind über das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) bundesweit einheitlich geregelt – hier gibt es also keinen Verhandlungsspielraum.
Maklerprovision
Seit Dezember 2020 gilt bundesweit die geteilte Provision: Beim Kauf einer selbst genutzten Wohnung oder eines Einfamilienhauses teilen sich Käufer und Verkäufer die Maklerkosten in der Regel je zur Hälfte. Im Saarland liegt die Gesamtprovision üblicherweise bei rund 7,14 Prozent inkl. MwSt., der Käuferanteil also bei etwa 3,57 Prozent. Die genaue Höhe wird vorab transparent vereinbart.
Weitere mögliche Kosten
Neben den drei Hauptposten sollten Sie einkalkulieren:
- Finanzierungsnebenkosten (z. B. für eine Grundschuldbestellung)
- Gutachter oder Bausachverständiger zur Prüfung des Objekts
- Modernisierung und Renovierung nach dem Kauf
- Umzug und eventuelle doppelte Mietbelastung
So planen Sie richtig
Rechnen Sie die Nebenkosten von Anfang an als Teil Ihres Eigenkapitals ein. Eine Faustregel: Wer eine solide Finanzierung möchte, sollte mindestens die Kaufnebenkosten plus idealerweise 10–20 % des Kaufpreises als Eigenkapital mitbringen.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten im Saarland insgesamt?
In der Summe liegen sie meist bei rund 11 bis 12 Prozent des Kaufpreises – zusammengesetzt aus 6,5 % Grunderwerbsteuer, ca. 1,5–2 % Notar/Grundbuch und ca. 3,57 % Maklerprovision (Käuferanteil).
Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?
In der Regel nicht. Banken erwarten, dass die Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden. Eine sogenannte 110-Prozent-Finanzierung ist möglich, aber teurer und nur bei sehr guter Bonität üblich.
Wer zahlt den Notar – Käufer oder Verkäufer?
Die Notarkosten für den Kaufvertrag trägt üblicherweise der Käufer. Der Verkäufer zahlt lediglich die Kosten für die Löschung eventueller eigener Grundschulden.
Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?
Nach der Beurkundung meldet der Notar den Kauf dem Finanzamt. Dieses verschickt den Steuerbescheid, der in der Regel innerhalb eines Monats zu zahlen ist. Erst danach erfolgt die endgültige Grundbuchumschreibung.
Tipp: Planen Sie die Nebenkosten frühzeitig ein – so steht Ihre Finanzierung von Beginn an auf einem soliden Fundament. Wir rechnen Ihre individuelle Situation gern mit Ihnen durch.